4 Women - 40 Instruments - The Recorder Quartet Flautando Köln

Jack & Jill - Patterns of Love and Laughter

Das Atom hat es, ein Schuhregal auch und die Familie hat sogar viele davon. Ein gelungenes Konzert hat sie, wie ein weniger gelungenes. Der Straßenverkehr, die Liebesbeziehung, das Megabyte - alle haben sie. Nur wir suchen sie, damit wir erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält: Die Muster. Patterns sind unteilbar, verlässlich, fundamental. Manche meinen sogar, sie seien heilig. Andere hingegen ahnen, wieviele verschiedene es davon gibt, und dass sie zueinander passen müssen, damit das richtige Bild entsteht ...

Anfang der 70er Jahre hat der britische Psychiater Ronald D. Laing in unnachahmlicher Weise Beziehungsstrukturen seziert und aufgezeichnet. Lautlose Dialoge, Rituale und Mechanismen, die uns immer wieder zwingen, in alten Mustern zu denken. Er lässt uns diese Muster erkennen, indem er Poesie daraus macht – bedrohlich einfach, minimalistisch und komplex, von aufregender Klarheit. Auch in der Musik dieser Zeit beginnt man, die hergebrachten Zusammenhänge zu zerlegen: Die alten Muster werden isoliert und neu verknüpft. Phasenverschiebungen, Überlagerungen und Aneinanderreihungen kleinster motivischer Strukturen weben einen Klangteppich, der uns den Eindruck vermittelt, Teil eines Kontinuums zu sein – in der Vielfalt des Seins und der Zeit aufzugehen.

Laings Protagonisten Jack und Jill sind unser Musterpaar. Sie könnten auch anders heißen. Jack und Jill sind Romeo und Julia, Orpheus und Eurydike, Hänsel und Gretel, sind Du und Ich. Wir suchen und verpassen uns. Wir treffen und erkennen uns nicht. Wir finden uns, verlieren uns und finden uns manchmal wieder. Dann geht alles von vorne los. Und wenn nicht? Geht auch alles von vorne los.

»Sie spielen ein Spiel. Sie spielen damit, kein Spiel zu spielen. Zeige ich ihnen, dass ich sie spielen sehe, dann breche ich die Regeln, und sie werden mich bestrafen. Ich muss ihr Spiel, nicht zu sehen, dass ich das Spiel sehe, spielen.« [Ronald D. Laing/Knoten ]

In unserem Programm feiern wir die heilende Wir- kung der Wiederholung. Es ist eine Meditation über das Ewiggleiche: überraschend, humorvoll, verwir- rend und liebevoll – denn das Ewiggleiche ist so unbeständig wie die Liebe.

Susanna Borsch – Blockflöten, Texte Susanne Hochscheid – Blockflöten, Texte Ursula Thelen – Blockflöten, Texte, Gesang Kerstin de Witt – Blockflöten, Texte Albrecht Maurer – Violine, Komposition, Live Elektronik Heikko Deutschmann – Texte